Paris, je t´aime!

2013-06-15324 - Version 2Ach, Paris! Die französische Hauptstadt gehört zu den Metropolen, von denen ich einfach nicht genug kriegen kann. Seitdem ich mit fünfzehn zum ersten Mal nach Paris kam, um meine Brieffreundin zwei Wochen im Hochsommer zu besuchen (und in einem Crashkurs lernte, den ganzen Tag auf Highheels zu verbringen), bin ich verliebt in die Stadt.  Ende Juni war ich endlich mal wieder dort und habe ein paar Tipps und Eindrücke festgehalten. Sightseeing

Generell ist Paris perfekt um erlaufen zu werden. Die Stadt ist so dicht gepflastert mit Sehenswürdigkeiten, dass wir immer wieder von einem zum nächsten und übernächsten (und eine noch!) und überübernächsten Highlight gelaufen sind (oh, und hier ist ja schon wieder was um die Ecke!), obwohl die Füße noch vom Vortag schmerzten. Aber natürlich ist Paris auch sehr groß, so dass man über kurz oder lang an der Métro einfach nicht vorbei kommt. Ideal für Touristen ist das „Paris Visite“ Ticket, mit dem ihr wahlweise die Zonen 1-3 oder die Zonen 1-6 bereisen könnt, und das für einen Zeitraum von einem bis fünf Tagen gekauft werden kann (z.B. drei Tage für 20,70€ bzw. 41,90€). Außerdem gibt es damit bei einigen Sehenswürdigkeiten Ermäßigungen.

Ein absolutes Muss eines jeden (egal, wievielten) Paris-Besuchs ist natürlich der Eiffelturm. Zumindest von unten, besser jedoch von oben. Wer halbwegs gut zu Fuß ist, der sollte den Eiffelturm zu Fuß besteigen und die Schlangen zu den Fahrstühlen links liegen lassen. Zwar muss man auch für den Aufstieg „á pied“ anstehen, aber mit 10-15 Minuten (und das am Wochenende) wesentlich kürzer. 704 Stufen (und 5 Euro) sind es bis zur zweiten Plattform und wenn man nicht gerade im Duracel-Bunny-Modus ist, wie wir es waren, kann man sich auch jede Menge Zeit lassen. Von dort aus geht es nur mit einem Lift weiter, für den man hier ein separates Ticket kaufen muss (noch mal 6 Euro). Und dann liegt einem Paris zu Füßen! Längere Schlangen (manchmal bis zu 3 Stunden) und schnelleres Hochkommen gibt es wie gesagt mit dem Aufzug von der Basis ab. Dann kauft man auch nur ein Ticket (14,50 Euro). Wenn ihr übrigens schon genau wisst, wann ihr auf den Eiffelturm wollt, habt ihr auch noch die Möglichkeit, Karten online zu kaufen. Und zwar hier http://ticket.toureiffel.fr/index-css5-sete-lgen-pg1.html

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Museen

Von den unzähligen Museen in Paris haben wir diesmal drei Klassiker besucht: Den Louvre, das Musée d´Orsay und das Rodin Museum. Viele Museen sind für EU-Bürger bis einschließlich 25 Jahre kostenlos, man benötigt nur einen gültigen Ausweis, den man statt Ticket vorzeigt. Wer davon nicht mehr profitiert, sollte vor allem beim Louvre und dem Musée d´Orsay ein Ticket im Vorverkauf (z.B. bei Fnac) kaufen, um sich lange und nervige Schlangen zu ersparen.

Die oben genannte Reihenfolge der Museen war übrigens auch die, die wir beim Besichtigen einhalten hatten, und die sich als goldrichtig erwiesen hatte: Zuerst der Louvre, der mit den Massen an Touris (ja ich weiß, man selber ist ja auch einer) doch recht anstrengend sein kann. Zumal es auch viele dorthin zieht, die weniger an der Kunst als viel mehr am „been-there-done-that“ interessiert zu sein scheinen und fotografierend durch die Gänge hetzen. Gerade vor der Mona Lisa ist dann die Hölle los. Dennoch würde ich jedem einen Besuch im Louvre empfehlen. Und anders als viele andere Paris-Reisende finde ich durchaus, dass man die Mona Lisa selbst gesehen haben muss, und dass sie etwas ganz Besonderes ist.

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Das Musée d´Orsay (eines meiner absoluten Lieblingsmuseen) gehört jetzt zwar nicht gerade zu den Paris-Geheimtipps, ist aber wesentlich weniger überlaufen und stand als zweites auf dem (eigentlich nicht vorhandenem) Programm. Vor allem wirken die Besucher wesentlich entspannter (und interessierter). Die Kunstwerke – darunter viele bekannte Bilder des Impressionismus – sind in einem umgebauten Bahnhof untergebracht, allein die Architektur ist schon einen Besuch wert. Von der  lichtdurchfluteten „Bahnhofshalle“ sind weitere, kleinere Räume abgeteilt, die verschiedenen Epochen oder Kunstrichtungen gewidmet sind (alles auf Tafeln erklärt), auf den verbindenden Galerien sind Statuen ausgestellt.

Das Rodin Museum ist das kleinste und beschaulichste der drei Museen. Vor dem eigentlichen Museum mit vielen Kunstwerken und Studien Rodins liegt ein wunderschöner Rosengarten, in dem auch die bekannteste seiner Bildhauereien zu bewundern ist: Der Denker. Wer keine Lust, Zeit oder Geld auf bzw. für das komplette Museum hat, kann den Rosengarten übrigens auch separat für einen Euro besuchen. Eine Ruheoase inmitten der Stadt!

Paris bei Nacht

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Bei Nacht entfaltet Paris – wie eigentlich jede Metropole – einen ganz besonderen Zauber. Vor allem im Sommer, wenn die Menschen bis in den frühen Morgen draußen in den Brasserien und Cafés sitzen und an der Seine getanzt wird, aber dazu später. Wenn ihr eine Seine-Fahrt auf dem Programm habt, kann ich nur empfehlen, die Dämmerung abzupassen und dann vom Boot aus zu beobachten, wie die Farben sich langsam verändern und die Lichter in der Stadt erleuchten. Bei der Bootstour hatten wir gesehen, dass am Seine-Ufer ziemlich viel los war – überall saßen kleine Gruppen, Pärchen oder einzelne Musiker. Ist ja wohl keine Frage, was wir dann gemacht haben, sobald wir von Bord waren! Bei der Suche nach dem perfekten Spot für uns und unsere Flasche Rotwein haben wir so eine Art „Open-Air-Tanzspots“ entdeckt: Etwa in Höhe des Jardin des Plantes gab es im Abstand von wenigen Metern Vertiefungen wie kleine Mini-Amphitheater im Boden, in denen die Leute zu verschiedener Musik tanzten – von Dubstep über Raggae bis hin zu Salsa. Ganz ehrlich, wer braucht einen Club, wenn er unter freiem Himmel bei so einem Ambiente tanzen kann?

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Auch unbedingt empfehlenswert (und zugegeben sehr touristisch): Zum Sonnenuntergang auf den Stufen von Sacré Coeur Platz nehmen und den Tag bei einem grandiosen Blick auf Paris ausklingen lassen. Und danach die Touri-Restaurants und Schrabbel-Läden des Place du Tertre hinter sich lassen und durch die vielen kleinen Gässchen dahinter schlendern.

Essen und Trinken

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Paris gehört mit Sicherheit zu den Metropolen mit der höchsten Dichte an köstlichen Leckereien pro Quadratkilometer. Besonders angetan haben es mir ja Macarons, aber auch die Palette der vielen Patisserie- und Viennoiserie-Spezialitäten sollte unbedingt hoch und runter probiert werden. Und auch wer eher für Herzhaftes (allein die Käseauswahl!) oder einen guten Wein zu haben ist, wird in Paris glücklich. Wenn nur die Preise nicht wären…da die meisten Paris-Trips zeitlich recht begrenzt sind, wäre mein Tipp: Augen zu und durch, sparen kann man dann wieder zu Hause. Ein günstiges und an Paris-Flair kaum zu überbietendes Frühstück kann man sich bei schönem Wetter gönnen: Gebäck aus der Patisserie, Obst von einem der zahlreichen Marktstände (z.B. in der Rue Mouffetard) oder Obstläden, einen Coffee-to-go (zugegeben, nicht so französisch) und dann einfach einen Lieblingsplatz zum Frühstücks-Picknick suchen: An der Seine, in den Tuilerien mit Blick auf den Louvre oder vor dem Eiffelturm.

Eine großartige Erfindung, die meiner Meinung nach unbedingt nach Deutschland exportiert werden sollte, ist der Café Gourmand, der in vielen Restaurants und Cafés serviert wird. Dabei handelt es sich um einen Espresso, der mit drei, vier, fünf kleinen Leckereien wie z.B. Macarons, Mini-Küchlein usw. daher kommt. Super, wenn man sich gern ein bisschen durch die Spezialitäten probieren will.

Hier eine kleine Auswahl an entdeckten Cafés und Restaurants, die das besondere „Etwas“ hatten:

Naturelle Café

Wer nach einem Eiffelturm-Besuch Lust auf einen Kaffee jenseits der typisch touristischen Läden hat, ist hier genau richtig. In dem winzig kleinen Café gibt es sehr guten Bio-Kaffee, den man übrigens auch als Nespresso-taugliche Kapseln hier kaufen kann, und hausgemachte Leckereien im Miniformat. Besonders zu empfehlen ist der Carrot Cake.

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67 avenue de la Bourdonnais, 75007 Paris

Café Léa

Egal ob morgens auf einen Espresso an der Bar, nachmittags bei einem Cappuccino in der Sonne oder Abends auf einen Absacker – im Café Léa ist rund um die Uhr etwas los. Und zu jeder Tages- oder Nachtzeit waren die verschiedenen Mädels und Jungs hinter dem Thresen immer sehr nett. Die Preise sind für Pariser Verhältnisse  human. Tipp: Das Frühstück an der Bar, dann kostet der Espresso nur einen Euro und es gibt für 1,60 Euro Baguette mit Konfitüre (zu bestellen als „Tartine“).

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5, rue Claude Bernard, 75005 Paris

L´Éclair de Génie

Ja, zugegeben, 5 Euro für ein einziges Éclair sind schon irgendwie, nun ja, dekadent. Aber die Éclairs hier sind echte Kunstwerke, und genauso werden die ausgefallenen Kreationen in dem minimalistisch eingerichteten Geschäft im Marais- das neben Pralinen tatsächlich ausschließlich diese verkauft – auch präsentiert. Bei den stolzen Preisen musste ein Éclair für zwei reichen: Die Wahl fiel auf Himbeer-Schokolade – mmmmmmmmh!

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14, rue Pavée, 75004 Paris

Ty Billig

Zu einem Paris-Aufenthalt gehört natürlich auch der Genuss von Crêpes und Gallettes (das sind herzhafte Crêpes aus Buchweizenteig). Ganz besonders köstlich und auch günstig sind sie im Ty Billig (ha! da ist der Name Programm!), eines von drei Restaurants der „Crêperies de Tradition“, die sich alle drei nebeneinander in der Rue Odessa in Montparnasse befinden. Ist übrigens direkt um die Ecke vom Friedhof Montparnasse, falls ihr nach einem Besuch bei Sartre eine Stärkung braucht.

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16, rue Odessa, 75014 Paris

Cave la Bourgogne

Ein typisch französisches Bistro, von dessen Terrasse mit Blick auf den idyllischen Square Saint Médard man fast vergessen könnte, dass man sich in einer Metropole befindet. Auf der Speisekarte stehen Salate, Baguettes und rustikale Fleischgerichte, außerdem gibt es eine wechselnde Tageskarte. Besonders lecker: Der Salat mit Ziegenkäse und Honig und die Ente. Zum Nachtisch gab es die perfekte Crème Brûllée: Die Karamell-Decke heiß und fest, die Crème darunter schön kalt. Yummy!!

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144, rue Mouffetard, 75005 Paris

Le Voltigeur

Bei einem nächtlichen Spaziergang im Marais (Ja. Wir sind wirklich Tag und Nacht gelaufen was das Zeug hält) haben wir diese Bar entdeckt, die so einladend wirkte, dass wir dort unbedingt noch etwas trinken mussten: Kerzenlicht auf den Tischen draußen, volle Bücherregale im Laden drinnen (ich liebe Cafés mit Bücherregalen!) und nette Franzosen, die uns kurzerhand an ihrem Rotwein nippen ließen, weil der Kellner nicht wusste, wie der schmeckt. Als wir ein paar Tage später nachmittags wieder kamen, war allerdings jeglicher Zauber verflogen, da war es bloß ein normales nettes Café mit halb heruntergelassenen Rollläden. Also, unbedingt abends hin!

45, rue Francs Bourgeois, 75004 Paris

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Perfekt, wenn man nach einem Spaziergang durch das Marais hungrig oder durstig ist und ein bisschen „Leute gucken“ möchte (viele stylishe Hipster-Pariser). Für 27,90 Euro gibt es ein Drei-Gänge-Menü – wir haben zwar nur einen Kaffee getrunken, aber die Gerichte, die an den Nachbartischen serviert wurden, sahen allesamt sehr lecker aus. Das Restaurant ist gleichzeitig auch eine Galerie – jeden Monat stellt hier ein anderer Künstler seine Werke aus.

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4, rue du Parc Royal, 75003 Paris

Photo Credits: Michel Jahn

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2 Gedanken zu “Paris, je t´aime!

  1. Pingback: Éclair au Café | Fräulein Immerglück

  2. Hach, wie schön! Die Fotos sind der Hammer und ich werde mir den ein oder anderen Tipp fürs nächste Mal aufschreiben! Denn obwohl ich dort schon gelebt habe – ich glaube, man wird immer noch so viel Neues entdecken! 🙂

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