Harbour Front Literaturfestival: Debütantensalon mit Carsten Kluth und Stefanie de Velasco

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Seit Donnerstag findet das 5. Harbour Front Literaturfestival in Hamburg statt. Noch bis zum 21. September finden über die ganze Stadt verteilt die verschiedensten Lesungen statt, die wirklich für jeden Geschmack etwas bieten: von Belletristik über Krimis oder Sachbücher bis hin zu Kinderbüchern.

Auch dieses Jahr gibt es wieder eine gute Mischung an sehr prominenten Namen – Kehlmann, T.C. Boyle oder Sedaris beispielsweise – und neuen oder unbekannten Schriftstellern. Für die meisten der Veranstaltungen gibt es auch noch Tickets, wenn ihr zu den Kurzentschlossenen zählt, könnt ihr also aufatmen (und solltet trotzdem bald buchen, für einige Lesungen gibt es nämlich nicht mehr viele Plätze).

Besonders interessant finde ich die sogenannten Debütantensalons, weil sie die Gelegenheit bieten, neue Autoren kennen zu lernen und Lese-Inspiration zu sammeln. Insgesamt handelt es sich um vier Abende, an denen jeweils zwei Newcomer ihre Debütromane vorstellen. Am Ende der Veranstaltungsreihe kürt eine Jury den besten Erstlingsroman und zeichnet ihn mit dem „Klaus-Michael-Kühne-Preis“ aus. Beim ersten Debütantensalon war ich gestern dabei und habe mir in der neuen Location „Nochtspeicher“ angehört, wie Carsten Kluth und Stefanie de Velasco aus ihren Romanen gelesen und über die Entstehung, Inspiration und das Schriftsteller-Leben erzählt haben.

event1_2-w320Carsten Kluth bewirbt sich mit seinem Roman „Wenn das Land still ist“. Die Beschreibung vom Harbor Front: „Der 12. August ist ein ungewöhnlich heißer Tag. Für Harald Kronauer ist es ein Tag, an dem ihm die Kontrolle über die Ereignisse zu entgleiten droht. Denn es begegnen sich nicht nur seine Frau und seine Geliebte zum ersten Mal, auch seine junge politische Karriere spitzt sich in einem unerwartet dramatischen Augenblick zu. Erst im Morgengrauen trifft Kronauer seine Entscheidungen. Das Buch erzählt die Geschichte eines gleichermaßen Suchenden wie Getriebenen. Harald Kronauer, ein kluger und doch naiver Jedermann in unsichereren Zeiten, übernimmt die vielschichtige Hauptrolle in Carsten Kluths furiosem Familien- und Gesellschaftsroman.“

Stefanie de Velasco bewirbt sich mit ihrem Roman „Tigermilch“, vom Harbor Front so zusammen gefasst: „Nini und Jameelah leben in derselben Siedlung, sie sind unzertrennlich und mit ihren vierzehn Jahren eigentlich erwachsen, finden sie. Deswegen kaufen sie sich Ringelstrümpfe, die sie bis zu den Oberschenkeln hochziehen, wenn sie ganz cool und pomade auf die Kurfürsten gehen, um für das Projekt Entjungferung zu üben. Sie halten sich für unverwundbar, solange sie zusammen sind. Mit einem hinreißend eigenen Sound, leichtfüßig und schonungslos, wuchtig und zart erzählt Stefanie Velasco von zwei Mädchen, die das Leben mit beiden Händen ergreifen und lernen müssen, das eigene Dasein auszuhalten. Ein kraftvolles Debüt über Verlust und Sehnsut. Unmittelbar, entlarvend und herzzerreißend.“

Beide Autoren und beide Bücher fand ich interessant. Auf „Wenn das Land still ist“ hat mich vor allem Carsten Kluths Hinweis neugierig gemacht, dass ein einziger dummer Fehler über das weitere Leben seines Protagonisten entscheidet. Jetzt will ich natürlich wissen, welcher Fehler das war. Allerdings schien mir persönlich die Handlung doch ein wenig zu verschachtelt – es gibt diverse Zeitsprünge, Schauplätze auf der ganzen Welt und viele verschiedene Protagonisten.

Besonders begeistert hat mich Stefanie de Velasco, die wahnsinnig sympathisch wirkte, ganz unumwunden zugab, dass sie ein großer „Hanni und Nanni“-Fan ist (der ursprünglich geplante Titel sei „Hanni und Nanni gehen auf den Strich“ gewesen. Ahja.) und vor allem sehr fesselnd und amüsant vorlesen konnte. „Tigermilch“ klingt nach „Hanni und Nanni“ meets „Huckleberry Finn“ meets „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Der Klappentext bzw. die Story allein hätte mich jetzt nicht zum Lesen motiviert, nach der Lesung war ich vor Ort aber drauf und dran das Buch zu kaufen. Habe ich dann aber doch nicht, weil zu Hause noch ein Stapel toller Bücher darauf wartet, gelesen zu werden. Aber „Tigermilch“ kommt auf die imaginäre „to read“-Liste.

Die nächsten Debütantensalons finden am 15., 17. und 19. September im Nochtspeicher statt. Weitere Infos zum Harbour Front Literatur Festival gibt es hier: http://www.harbour-front.org

Bildnachweis: Harbor Front Literaturfestival

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