Gelesen: Vom Ende einer Geschichte/The Sense of an Ending

P1000784England in den 60er Jahren: Tony, Alex und Colin gehen in die selbe Schule und sind ein unzertrennliches Dreiergespann. Als Adrian Finn neu in die Klasse kommt, nehmen die drei ihn in ihre Clique auf. Hochbegabt, frühreif und philosophisch interessiert, wird Adrian der heimliche Star der Gruppe.Nach ihrem Abschluss bleiben die Jungen weiter in Kontakt, auch wenn jeder seinen eigenen Weg geht. Tony lernt ein Mädchen kennen, Veronica, das seine erste feste Freundin wird. Sie erweist sich als zickig und anstrengend, ihre Familie verhält sich Tony gegenüber herablassend und nach kurzer Zeit beendet er die Beziehung. Eine Episode, die auf den ersten Blick banal scheint. Einige Zeit später findet die Freundschaft der Jungen ein Ende, nachdem ein Ereignis auf das andere folgt und Tony sich hintergangen und falsch behandelt fühlt. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

Das zweite Buch des Romans beginnt vierzig Jahre später: Tony ist pensioniert und alles in allem zufrieden damit, wie sein Leben bis zu diesem Punkt verlaufen ist. Dann bekommt er einen Brief, der ihn über eine merkwürdige Erbschaft informiert. Veronicas Mutter, die er nur ein einziges Mal gesehen hat, hinterlässt ihm eine kleine Geldsumme und das Tagebuch Adrians. Doch das befindet sich bei Veronica, und sie setzt alles daran, dass Adrian es nicht bekommt. Die Erbschaft wirft viele Fragen auf und nach und nach findet Tony immer mehr Details heraus, die die Ereignisse vierzig Jahre zuvor in einem komplett anderen Licht erscheinen lassen.

„Das Ende einer Geschichte“ zeigt, dass Erinnerungen letztendlich mehr oder weniger subjektive Interpretationen des Geschehenen sind. Und dass viele Menschen dabei die unbequemen Tatsachen vergessen bzw. mehr oder weniger bewusst auslassen. Oder wie Julian Barnes schreibt: „Am Ende ist das, was man in Erinnerung behält, nicht immer dasselbe wie das, was man beobachtet hat“. In Tonys Fall führt die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dazu, dass er feststellen muss, dass seine Konstruktion der Wirklichkeit ganz besonders viele Tatsachen ausgelassen hat. Und er sich selber plötzlich mit anderen Augen sieht.

Der Roman ist nicht besonders dick und das fand ich auch gut so: Denn „Das Ende einer Geschichte“ ist – vor allem im zweiten Teil – unfassbar spannend und wartet mit vielen unerwarteten Wendungen auf, so dass ich es kaum erwarten konnte, endlich die Auflösung zu erfahren. Dazu nur soviel: Sie kommt erst ganz, ganz am Schluss und ist völlig überraschend (also für mich zumindest). Ein philosophischer, Roman, der sich zu lesen lohnt!

Auf deutsch ist das Buch im btb Verlag erschienen und sieht so aus:

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Bildnachweis:  Foto 1 – eigenes Bild, Foto 2 – btb

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2 Gedanken zu “Gelesen: Vom Ende einer Geschichte/The Sense of an Ending

  1. Gefällt mir sehr! Ich glaube, das Buch möchte ich auch haben ! Wie schaffst du es, in so kurzer Zeit so viele Bücher zu lesen?

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