Gelesen: Nur eine Ohrfeige/ The Slap

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Ich finde, eines der vielen schönen Dinge am Verreisen ist, dass man viel Zeit am Stück zum Lesen hat. Auch wenn wir in Kuba in erster Linie ziemlich viel unternommen haben, gab es doch ein paar Pausen am Strand und vor allem ja auch zwei Langstreckenflüge vorher und nachher. Zu den Büchern, die ich mit hatte, gehörte The Slap von Christos Tsiolkas, ein recht dickes Taschenbuch dessen Plot sich recht kurz auf den Punkt bringen lässt: Auf einer Grillparty in einem Vorort von Melbourne geht ein schlecht erzogenes Kind einem Mann – Harry, dem Cousin des Gastgebers –  ziemlich auf die Nerven. Er verliert für einen kurzen Moment die Kontrolle und verpasst ihm vor versammelter Mannschaft eine Ohrfeige. Es handelt sich nicht um sein eigenes Kind und das Drama beginnt…Denn die Eltern des Kindes sind fest entschlossen, Harry für die Tat vor Gericht zu bringen.

In acht verschiedenen Kapiteln wird aus der Perspektive verschiedener Gäste beschrieben, was nach dem Ereignis folgt und wie sie die Ohrfeige jeweils bewerten: Von der Mutter des Jungen, die besessen davon ist, Harry ins Gefängnis zu bringen, bis hin zum Babysitter des Dreijährigen, für die die Episode eher eine Nebenrolle spielt, weil sie in eine unglückliche Affaire verstrickt ist. Man bekommt verschiedene Einblicke in die Lebensweise und Weltanschauungen der unterschiedlichen Protagonisten, doch irgendwie blieben die verschiedenen Charaktere für mich zweidimensional. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Gedanken und die Sprache der einzelnen Protagonisten meiner Meinung nach zu ähnlich beschrieben waren – zwischen der Erzählung des siebzehnjährigen Babysitters und der von Harry beispielsweise hätte es einfach deutlichere Unterschiede geben müssen. Zudem hat es mich ziemlich genervt, dass es in beinahe jedem Kapitel darum geht, dass irgendwer mit irgendwem irgendein Verhältnis hat und auch diese sich in ihrer Art alle so furchtbar ähneln (gut, sie sind alle heimlich, aber trotzdem). Die eigentliche Geschichte gerät dadurch etwas in den Hintergrund. Und leider fand ich die Liebesszenen, die es reichlich im Buch gibt, recht platt.

Nun ja, nichtsdestotrotz habe ich das Buch ja durch gelesen; Mal abgesehen davon, dass ich nur begrenzten Lesestoff mit im Urlaub hatte, ist das Buch schon durchaus amüsant und lässt sich gut und schnell runterlesen. Ich hätte mir mehr Tiefgang erhofft, aber als kurzweilige Urlaubslektüre war der Roman ganz gut.

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