Gelesen: Strom

P1010624_2Vier Menschen, die an vier ganz unterschiedlichen Orten fern ihrer Heimat leben: Eine japanische Pianistin in Paris, deren Lebensplanung völlig durcheinander gerät, als sie erfährt, dass sie ungewollt schwanger ist. Ein Biologe, der mit seiner jüdischen Frau und seinen Kindern in Israel lebt. Er ist in dem politischen Chaos jedoch zunehmend unglücklich  und wird von Heimweh geplagt.

 Eine Berliner Filmemacherin, die an einem Dokumentarfilm über den Gaza-Streifen arbeitet. Während des Drehs wird sie aber so schwer krank, dass sie das Projekt wahrscheinlich nicht zu Ende bringen kann. Und ein Amerikaner, der für seine Investmentfirma die Übernahme eines japanischen Konzerns in Tokio einfädeln soll – mit allen Schwierigkeiten, die die kulturellen Unterschiede mit sich bringen.

Zunächst sind die vier Geschichten der Protagonisten isoliert voneinander. Nach und nach ergeben sich aber Verstrickungen zwischen den einzelnen Schicksalen, am Anfang teilweise nur durch winzige Details (so dass man wirklich aufpassen muss, um diese mit zu bekommen), später werden die einzelnen Verknüpfungen der Geschichten offensichtlicher und bedeutsamer. Und auch das Erzähl-Tempo gewinnt im Laufe des Romans an Fahrt, die Episoden werden immer kürzer, bis es am Ende eine Situation gibt, in der alle Personen sich am gleichen Ort befinden. So fließen die Geschichten der vier Protagonisten wie Flüsse in einem großen Strom zusammen.

So unterschiedlich die vier Menschen in Hannah Dübgens Roman auch sind, man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Wünsche, Ängste, Sorgen und Leidenschaften verstehen. Mich hat das Buch so gepackt, dass ich es an einem (Sonntag-)Nachmittag durchgelesen habe. Dadurch, dass die Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten immer deutlicher und die einzelnen Episoden immer kürzer werden, war ich so gespannt, wohin die Story führen würde, dass ich den Roman einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. „Strom“ ist der erste Roman von Hannah Dübgen, hoffentlich folgt bald mindestens ein Weiterer!

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Ein Gedanke zu “Gelesen: Strom

  1. Wie schön! Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit kann ich einen solche Tipps gut gebrauchen! Ich weiß schon, wem ich dieses Buch schenken werde!

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