Gelesen: Die Sterblich Verliebten

P1010757Jeden Morgen sitzt María in einem Café in Madrid und beobachtet ein Paar, das für sie die perfekte Liebe verkörpert. Luisa und Miguel wirken auch nach einigen Jahren Ehe frisch verliebt, hören sich aufmerksam zu und sind voller Zärtlichkeit für den jeweils anderen. Doch plötzlich tauchen die beiden nicht mehr auf.  María recherchiert und findet heraus, dass Miguel auf brutale Weise und scheinbar ohne ein nachvollziehbares Motiv ermordet wurde. Mehr oder weniger durch Zufall beginnt sie eine Affaire mit Javier, einem engen Vertrauten des Paares, der jedoch in erster Linie an Luisa interessiert ist und daraus kein Geheimnis macht. Durch ihn erfährt sie mehr über Miguel und Luisa und ihre Geschichte. Und auch, wenn María Javiers intensive Fürsorge für die junge Witwe suspekt ist, hofft sie dennoch, ihn mit der Zeit für sich zu gewinnen. Als sie ein Gespräch zwischen Javier und einem Unbekannten belauscht, erfährt sie einige Details über die Hintergründe des Mordes und die Verstrickungen der Beteiligten. Sie wird misstrauisch und bekommt Angst vor ihrem Geliebten, dem sie plötzlich alles – also auch den Mord an Miguel – zutraut. Javier merkt, dass María mehr weiß, als sie zugibt und stellt in einem langen Gespräch seine Version der Geschichte dar.

Dem Klappentext und einigen Rezensionen nach zu urteilen, handelt es sich bei „Die Sterblich Verliebten“ von Javier Marías um einen literarischen Thriller. Ist es im Prinzip auch, doch irgendwie gewinnt die Geschichte nicht so richtig an Fahrt und hat es vor allem im ersten Teil nicht geschafft, mich zu fesseln. Nachdem der Protagonisten-Javier zu Wort kommt, wird es um einiges spannender, weil der Autoren-Javier durch die doppelte Erzähl-Perspektive und Marías Zweifel an Javiers Geschichte geschickt mit Illusion und Wahrheit spielt. Allerdings gibt es auch hier einige Längen, insbesondere dann, wenn die Protagonisten in allerAusführlichkeit über die Verliebtheit im Allgemeinen philosophieren (bei der  ja auch oft die Differenz zwischen Illusion und Wahrheit eine Rolle spielt) – meiner Meinung nach einfach ein wenig zu häufig. So ganz überraschend fand ich die Auflösung am Ende dann auch nicht. Und vielleicht liegt es daran, dass ich zuvor so viele Bücher mit sehr klarer oder ironischer Sprache gelesen hatte, aber gerade zu Beginn fand ich den verschnörkelten und etwas geschwätzigem Stil des Autors ein wenig mühsam. Mein Fazit: Kein schlechtes Buch, aber auch keines, das ich uneingeschränkt weiter empfehlen würde.

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