Liebe Grüße aus Moskau

P1020020Nun ja, zugegebener Weise bin ich schon seit Anfang der Woche zurück (aber das Wortspiel lag so auf der Hand). Und zugegebener Weise auch immer noch ein wenig kaputt. Moskau ist sehr eindrucksvoll, sehr faszinierend und bietet genug Sehenswürdigkeiten für mehrere Kurztrips. Vor allem ist die Stadt riesig.  Allein am ersten Tag haben wir 25 Kilometer zu Fuß zurück gelegt und uns dabei mehr oder weniger ausschließlich im Zentrum innerhalb des sogenannten Gartenrings bewegt. Und doch, doch, es gibt eine U-Bahn (dazu weiter unten). Aber der Duracel-Bunny-Modus und so. Außerdem war das Wetter während meines ganzen Trips unfassbar gut, allerdings auch ziemlich kalt. Insgesamt war ich vier Tage in Moskau (mit An- und Abreise) und habe versucht an Eindrücken mitzunehmen, was nur ging!

Sehenswürdigkeiten

Alles in allem fand ich Moskau sehr viel schöner als ich erwartet hatte, aber natürlich gibt es überall in der Stadt auch den typischen Sowjet-Schick.  Der ist nach westeuropäischem Geschmack oft hässlich, manchmal aber auch ganz beeindruckend: wie zum Beispiel bei den „sieben Schwestern“, sieben Gebäude, die mehr oder weniger identisch und in der Stadt verteilt sind. Heute sind darin Wohnungen, Hotels und eine Universität untergebracht.

P1010985_2

Das „Ich-bin-in-Moskau-Gefühl“ stellt sich spätestens auf dem Roten Platz ein. Er ist nicht nur riesig sondern vor allem wahnsinnig schön und bietet einen Blick auf den Kreml, das historische Museum, das Lenin-Mausoleum und die Basilius-Kathedrale, je nachdem, wo man gerade steht. Insgesamt könnte man bei guten Wetter recht viel Zeit damit verbringen, einfach nur an verschiedenen Punkten des Roten Platzes zu stehen und die Aussicht zu genießen! Alle Gebäude kann man selbstverständlich auch von innen besichtigen, mir war allerdings mehr nach einem ausgiebigen Stadt-Spaziergang (auf diesem ist übrigens das letzte Foto vom Kreml entstanden, vom roten Platz aus ist der Blick anders).

P1010977

P1010980

P1020005

Am Roten Platz liegt auch das Kaufhaus GUM, eine echte Institution in Moskau. Das Gebäude selbst ist mit gläsernen Arkaden und hübschen Verzierungen eine Sehenswürdigkeit, zu kaufen gibt es vor allem (teure) Mode internationaler Designer. Auf jeden Fall lohnt es sich, einen Platz auf einer der Brücken im Kaufhaus zu suchen und bei einem Kaffee die Menschen zu beobachten.

P1010973

P1010975

Moskau hat sehr viele Brücken und meine Begleitung hat alles daran gesetzt, mich über jede einzelne in der Innenstadt zu führen. Naja, einen Großteil. Und sie bieten auch wirklich immer ganz unterschiedliche Aussichten auf die Stadt.

P1010947_2

Außerdem hat Moskau unzählige Kirchen, die größte davon ist die Christi-Erlöser-Kathedrale. Sie hat einiges an Hin-und-Her in ihrer Geschichte hinter sich, wurde 1931 gesprengt, in den 90ern wieder aufgebaut und erst 2000 neu eingeweiht. Innen wie außen ist die Kirche vor allem gigantisch groß, der Eintritt ist übrigens frei.

P1020016

Tretjakov Galerie
Das Museum zeigt zahlreiche russische  Kunstwerke, rund 140.000 Gemälde, Skulpturen und Grafiken um genau zu sein. Außerdem gibt es eine große Ikonen-Sammlung. Die ältesten Exponate stammen aus dem 11., die neuesten aus dem 20. Jahrhundert. Theoretisch gibt es in der Tretjakov Galerie eigentlich genug zu sehen, um einen ganzen Tag dort zu verbringen, wenn man nur mehr Zeit hätte! Von vielen der Künstlern hat man auch als einigermaßen museumsinteressierter Mensch in Westeuropa noch nie etwas gehört, was das Ganze noch spannender macht. Auf jeden Fall sehenswert!

P1020021

Gorki Park und Skulpturen Park
Wenn man vom vielen Laufen noch nicht genug hat oder einem nach ein wenig mehr grün ist, wäre ein Spaziergang im berühmten Gorki Park eine Option (auch wenn das grün auf dem Foto nicht wirklich rüber kommt). Er liegt direkt an der Moskwa und bietet einen ziemlich beeindruckenden Blick auf den Fluss und einen Teil der Skyline. Ziemlich beeindruckend ist auch das Schuhwerk, das die Moskauer Mädels als angemessen für einen Parkbesuch erachten – 12 cm Stiletto-Absatz sollten es schon sein, wenn man nicht als Touristin auffallen möchte. Am Flussufer wird übrigens auch ein russischer Spaceshuttle ausgestellt, der vor allem bei den männlichen Besuchern für Begeisterung sorgen dürfte (eventuell sogar noch mehr als die Stiletto-Absätze der Mädels).

P1020032

P1020031

Direkt nördlich vom Gorki Park liegt der Skulpturen Park mit einer skurrilen Mischung aus alten Statuen und Denkmälern aus Sowjetzeiten und neueren Werken.

P1020027

P1020028

So, damit belasse ich es erst mal, was die Sightseeing-Eindrücke betrifft – jetzt noch ein paar konkrete Tipps für das Herumkommen, das leibliche Wohl und das Schlafdefizit.

Transport
Die U-Bahn heißt in Moskau Metro und ist super vernetzt. Außerdem sind die Stationen meist eine Sehenswürdigkeit für sich – endlos lange Rolltreppen, prunkvolle U-Bahn-Steige und teils aufwändig verzierte Decken und Wände. Ein weiteres praktisches Fortbewegungsmittel sind die privaten Taxis: Die Fahrer sprechen einen an den großen Hauptstraßen oft ungefragt an oder man hebt den Arm um eines anzuhalten. Vor der Abfahrt sollte man dann einen Festpreis verhandeln. Und nein, das habe ich leider nicht selber gekonnt – wie gut das Verhandeln auf englisch oder deutsch klappt, kann ich nicht beurteilen, da ich in russisch sprechender Begleitung unterwegs war.

Von den beiden Flughäfen kommt man übrigens am besten (=am schnellsten + günstigsten) mit dem Airport-Express in die Stadt. Lasst die Taxifahrer, die euch massenweise ansprechen werden, links liegen und folgt der Beschilderung zu den Gleisen, es ist ziemlich leicht zu finden. Für die Fahrt von Sheremetyevo (einer der beiden Moskauer Flughäfen) ins Zentrum braucht man ohne Zwischenstopps nur eine halbe Stunde, das Ticket kostet ca. 7 Euro.

P1010986

 

P1010988

Essen, Trinken und Ausgehen
Einen Einblick in die typisch russische Küche habe ich in Moskau ehrlich gesagt nicht bekommen. Aber dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?) ein paar Tipps zum Essengehen. Und dazu, wie man die Nacht zum Tag machen kann. Weil ich keine Lust hatte, nachts meine Kamera mitzuschleppen, diesmal ohne Fotos:

Vintage
Im Fokus dieses gemütlichen Ladens steht die riesige Weinkarte. Essen kann man dort auch, allerdings muss man ein wenig suchen, bis man die Speisen auf der Karte bei all dem Wein gefunden hat: Viele Käseplatten (passend zum Wein halt) aber auch einige Vorspeisen und Hauptgerichte, alle eher westeuropäische Küche. Einige der Suppen sind übrigens so groß, dass sie beinahe schon als Hauptgericht herhalten können.
Leningradskoye shosse, 297, Moskau

Friends Forever
Das Friends Forever liegt in der Nähe des Patriarchenteichs, ist auch mitten an einem Werktag rappelvoll und eignet sich sich sehr gut für eine Stärkung zum Mittag oder einen Brunch. Ziemlich lecker war die Bruschetta, die allerdings mit dem italienischen Original mit Ausnahme des Brots nix gemeinsam hatte: Viel Philadelphia und ein Berg aus den jeweiligen Zutaten (Pilze und getrocknete Tomaten kann ich sehr empfehlen). Außerdem gibt es eine gute Auswahl an Tees, die stilvoll in Kännchen serviert werden.
Kozihinskiy B. Lane, House 18Moskau

Goodmans Steak House
Ja, doch, ich war in Moskau in einer Steakhouse-Kette essen. Und es war lecker. Und nein, es hatte kein Lokal-Kolorit. Aber es war wirklich lecker. Und sogar empfehlenswert. Und daher landet dieses typisch amerikanische Restaurant auf meiner Tipp-Liste für Moskau. Jawohl.
Tverskaya St., 23/12/1-1А, Moskau

Mayak Bar
Für diese angesagte Bar müsst ihr in den ersten Stock. Von außen ist nicht wirklich gut erkennbar, dass sich in dem Gebäude ein cooler Laden befindet, also nicht übersehen! Die Mayak Bar ist eine Mischung aus Restaurant und Bar mit eher jungem entspannten Publikum. Ich weiß nicht, ob es ratsam ist, dort zu essen (obwohl die Gerichte gut sein sollen), man bekommen nämlich eine vage Vorstellung davon, wie Restaurants in den 70ern generell waren: Seeeeeeehr verraucht. Nichtsdestotrotz, für einen Drink nach dem Essen ist die Bar großartig, vor allem weil zu späterer Stunde einige Tische beiseite geräumt werden – und dann wird ausgelassen getanzt. Außerdem sind die Preise für Moskau human.
B. Nikitskaya, 19, Moskau

Icon
Ein sehr schicker Club, der äußerst unterhaltsam ist. Sagen wir mal so: Hier bekommt ihr einen guten Eindruck davon, wie das Werben und Balzen in Moskau so funktioniert. Wenn man nicht als Tourist auffallen möchte, sollte man als Mädel möglichst wenig anziehen und als Mann auf alles gefasst sein. Ach ja und der Club selber: Es gibt zwei Dancefloors, einen mit Electro und einer Live-Show, deren Tänzerinnen noch weniger anhaben als die Besucherinnen, und einen mit Hip-Hop. Wenn man bis in die frühen Morgenstunden tanzen und staunen möchte, ist das Icon ideal.
Bolotnaya naberezhnaya, 9 Moskau

Advertisements

5 Gedanken zu “Liebe Grüße aus Moskau

  1. Klingt toll. Wäre vorher nie auf die Idee gekommen, nach Moskau zu reisen. Aber jetzt bekomme ich tatsächlich Lust, die Stadt zu entdecken 🙂

  2. Pingback: Stippvisite in Riga – Zu Fuß durch das UNESCO Weltkulturerbe | Fräulein Immerglück

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s