Gelesen: Der Distelfink von Donna Tartt

Buchtipp - Der Distelfink von Donna TarttNanu, fast drei Monate und kein Buchtipp hier?  Bin ich lesetechnisch in die Sommerpause gegangen? Nicht ganz, ich habe in den letzten Wochen viele tolle Bücher gelesen, war aber durch Urlaub und tolles Wetter etwas rezensionsfaul. Passend zum herbstlichen Wetter stelle ich euch heute wieder was zum Lesen vor:  Eines der Bücher, die mir im Sommer besonders gefallen haben, war der Distelfink von Donna Tartt, für den ich verhältnismäßig lang gebraucht habe. Der Roman ist nämlich ein echt dicker Schinken und wiegt gefühlte zwei Kilo, die ich eine Zeit lang wacker überall hin mitgeschleppt, dann aber zu Hause gelassen und nur noch abends gelesen habe.  So, genug drumherum geredet, die Handlung:

An dem Tag, an dem der 13-jährige Theodore Decker mit seiner Mutter im New Yorker Metropolitan Museum Unterschlupf vor dem Regen sucht, verändert sich sein Leben gravierend. Das Museum wird einige Minuten später Ziel eines Bombenanschlags, bei dem Theodore seine Mutter verliert. Auf der Suche nach ihr im Chaos des Museums trifft er auf einen alten Mann, der ihn bittet, ein Gemälde an sich zu nehmen und „in Sicherheit“ zu bringen – den „Distelfink“, ein kleines Bild eines holländischen Malers, das seine Mutter kurz zuvor mit ihm bewundert hatte. Das Ereignis verändert Theos Leben auf doppelte Weite; es macht ihn nicht nur zum Halbwaisen sondern auch zum Kunst-Dieb. Vermutlich unnötig zu erwähnen, dass beides einen großen Einfluss auf seine weitere Geschichte haben wird.

Zunächst kommt Theo bei einer Pflegefamilie unter. Gerade als er langsam anfängt, sich dort zu Hause zu fühlen, erscheint sein alkoholabgängiger Vater auf der Bildfläche und nimmt ihn mit nach Las Vegas. Dort ist der Junge sich selber überlassen. Er trifft auf Boris, dem Sohn eines ukrainischen Geschäftsmannes, der überall auf der Welt aufgewachsen ist und aus Erwachsenen-Perspektive einen schlechten Einfluss auf Theo hat: Drogen, viel Alkohol und Schule schwänzen gehören zu Boris‘ und bald auch zu Theos‘ Alltag. Aber trotzdem gibt sein Freund Theo den Halt, den er sonst nirgend findet, und als sich der Protagonist allein auf den Weg zurück nach New York macht, ahnt man schon, dass dies nicht die letzte Begegnung mit Boris gewesen sein kann…

Mehr will ich zur Handlung eigentlich gar nicht verraten, nur soviel, dass es bis zur letzten Seite spannend bleibt! Der Distelfink ist eine Mischung aus Coming of Age-Roman, Kriminalgeschichte und Freundschaftserzählung. Theodore war mir nach wenigen Zeilen sympathisch, was mich umso mehr hat mitgefiebert lassen, wenn er sich immer tiefer in den Schlamassel geritten hat. In der eine oder anderen Rezension hatte ich zuvor gelesen, dass das Pulitzer Preis-gekrönte Buch überhyped sei. Schwer zu sagen – ich würde jetzt nicht sagen, dass der Roman das große Ding sei, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben muss. Aber der Distelfink ist ein sehr unterhaltsames und superschön geschriebenes Buch. Das es zumindest auf englisch jetzt übrigens auch in einer Mitnahme-freundlichen, kleineren Taschenbuch-Version gibt!

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Gelesen: Der Distelfink von Donna Tartt

  1. Hallo 🙂
    Ein Tag verspätet, aber hier ist er: Der Kommentar zum Kommentiertag. Eine sehr interessante Rezension, auch wenn das Buch mich trotzdem nicht anspricht. Ich hätte gerne irgendwie ein wenig mehr Struktur in deiner Rezension gehabt durch Unterüberschriften, auch wenn es irgendwie ja doch gegliedert war…hmmm….ansonsten sehr schöne Rezension.
    Liebe Grüße,
    Nadja

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s