London calling: Meine neue Lieblingsstadt an der Themse

London BlogpostIch weiß nicht, ob es Zufall ist, aber offensichtlich verliere ich mein Herz besonders gern an Städte, denen der Ruf voraus eilt, überdurchschnittlich regnerisch zu sein: Münster, Hamburg – und seit ein paar Besuchen an der Themse in den letzten Monaten auch London.

Meine persönliche Erfahrung: Die Stadt ist gar nicht so regnerisch. Im Gegenteil, mit Ausnahme von zwei dicken Regenschauern und einem Tag, an dem es „Cats and dogs“ regnete (was heute übrigens kein Engländer mehr sagt), war es oft sogar viel sonniger als zu Hause. Mein Resümee jenseits des Wetters: Die Stadt ist riesig, unfassbar vielseitig, bietet unzählige Möglichkeiten und hat mich fast ein wenig überfordert: So viel zu sehen, zu tun und zu erleben! Und jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es so viele interessante Viertel, die wie eigenständige Städte in der Stadt sind, und in denen es viel zu entdecken gibt! Imposante Gebäude und schicke Geschäfte in St. James, hochherrschaftliche Stadtvillen und Botschafts-Gebäude in Mayfair, hübsche Straßen und nette Cafés in Marylebone, Schanzen-Feeling und Galerien in Shoreditch, originelle Läden und tolle Wohnungen in Notting Hill oder englische Dorf-Idylle in Dulwich – um nur ein paar zu nennen.

Shoreditch Graffitti

London Dulwich College

Notting Hill

ZU FUSS DURCH LONDON? CHALLENGE ACCEPTED!
Wer hier schon den einen oder anderen Reisebericht gelesen habe, der weiß vielleicht, dass ich Städte am liebsten zu Fuß entdecke. Das geht in London prinzipiell auch, allerdings sind die Distanzen ein wenig größer als anderswo, zumindest, wenn man auch die ganzen hübschen Viertel entdecken will – Challenge accepted! Hin und wieder geht es allerdings nicht ohne Busse und Underground, daher habe ich mir eine Oyster card gekauft, mit der sich viel Zeit sparen lässt: Statt vor jeder Fahrt ein Ticket zu lösen, kann man die Karte in Kiosken und bestimmten Geschäften kaufen und einen beliebigen Geldbetrag darauf laden – und bei Bedarf am Automaten immer wieder aufstocken. Eine Fahrt in einem der roten Doppeldecker-Busse, am besten oben in der ersten Reihe, ist dann natürlich ein Muss!

Viele der berühmten Sehenswürdigkeiten habe ich beim Spaziergehen an der Themse angeschaut. Dazu bin ich an der U-Bahn-Station Westminster ausgestiegen und habe erst einmal Westminster Abbey, das House of Parliament und Big Ben bewundert. Von außen, denn nicht nur sind die Eintrittspreise meist horrend hoch, auch wollte ich nicht so viel Zeit mit in-der-Schlange-Stehen und drinnen-Sein verbringen. Noch schöner ist der Blick auf diese Wahrzeichen vom anderen Themse-Ufer, der Southbank: Klischee-London, wie es im Buche steht!


London_Blick auf House of Parliament

EIN LICHTERMEER BIS ZUM HORIZONT
Ein wenig weiter steht ein relativ neues Wahrzeichen Londons: Das London Eye. Eine Runde in diesem gigantischen Riesenrad (dem zweitgrößten der Welt!) dauert etwa 30 Minuten und legt euch die Stadt zu Füßen. Ihr solltet am besten ordentlich Wartezeit einplanen oder ein Ticket für einen festgelegten Time-Slot im Voraus buchen. Wenn man spontan ist und bereit, etwas mehr zu zahlen, kann man auch ein sogenanntes Fast Track Ticket kaufen, mit dem ihr an der Schlange vorbeilaufen könnt. Mein Tipp: Wenn der Wetterbericht nicht sicher ist, entweder Zeit zum Anstehen einplanen oder das Fast Track Ticket als eine lohnende Investition sehen. Statt ca. 25 Euro zahlt ihr dann 38 Euro – das ist eine ganz schöne Stange Geld. Aber 25 Euro zahlen und dann im Nebel versinken ist irgendwie auch blöd. Ich war abends im London Eye: Ein Lichtermeer bis zum Horizont – einfach atemberaubend schön! Anschließend konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Big Ben bei Nacht zu fotografieren.

Aublick vom London Eye

London bei Nacht

Weiter östlich an der Themse warten noch weitere bekannte Gebäude. Die imposante Kuppel der St. Paul’s Cathedral, einer der größten Kirchen der Welt, ist schon von weitem sichtbar. Zur Kathedrale bin ich über die schicke Millenium Bridge und dann durch das Londoner Bankenviertel gelaufen. Darin wirkt St. Paul’s und der kleine Kirchengarten wie eine Ruheoase. Ebenfalls an bzw. über der Themse und weltbekannt: Die Tower Bridge, von der aus sich mir ein Wahnsinnspanorama der gläsernen Hochhäuser der Stadt bot. Und ein wenig weiter der Tower of London. Den kann man ebenfalls besichtigen – bei dem tollen Wetter habe ich mir das gespart!

St Pauls Blick von der Southbank

 

London St. Pauls Details

London Bridge am Themse Ufer

London Bridge

P1040618

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London Tower of London

WUNDERSCHÖNE PARKS UND EIN GEHEIMTIPP
Zugegeben: Das ist ein ganz schön langer Spaziergang, für den man ordentlich Zeit einplanen sollte. Und obwohl es so viel zu sehen gibt, deckt er nur einen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten ab. Denn natürlich darf auch eine Stippvisite am Buckingham Palace nicht fehlen. Und wenn das Wetter mitspielt, ist es von dort aus nicht allzu weit zu den großen bekannten Parks Londons: Dem St. James Park, dem Hyde Park und den Kensington Gardens. Vor allem im Hyde Park hatte ich das Gefühl, mitten in der Natur und nicht in einer Metropole zu sein. Und ich habe noch einen Geheim-Tipp für euch: Lincoln’s Inn Fields ist ein entzückender kleiner Park, der nicht weit von Covent Garden liegt und eine absolute Ruheoase mitten in der Stadt ist.

Buckingham Palace

Hyde Park

London_Lincoln' Inn Fields

KULTUR UND MUSEEN FÜR JEDEN GESCHMACK – UND DAS KOSTENLOS!
Völlig begeistert hat mich das Kulturangebot. Bei einem Wochenendtrip lässt sich nur ansatzweise entdecken, was es dort alles gibt. Was ich sehr erfreulich fand: Der Eintritt für die Museen in der Stadt ist gratis. Aktuelle Ausstellungen sind davon zwar ausgenommen, aber die sogenannten „permanent exhibitions“ sind meist schon so groß, dass ihr locker ein paar Stunden im jeweiligen Museum verbringen könntet. Im British Museum etwa, wenn ihr euch für Geschichte interessiert (der Rosetta Stone ist hier ausgestellt!), dem Natural History Museum, in deren Halle ihr das Skelett eines Dinosauriers (und viel mehr) bestaunen könnt oder der National Gallery,  die zu den bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt zählt. Falls moderne Kunst eher euer Ding ist, habt ihr vermutlich Spaß in der Tate Modern (mit großartigem Blick auf die Themse vom Museumscafé!). Oder ihr schaut in der Royal Acadamy of Arts vorbei, die bereits 1768 gegründet wurde und Kunstwerke aus der Architektur, Malerei und Bildhauerei vereint. Ihr seht schon – die Auswahl ist riesig! Generell würde ich empfehlen, bei einem Wochenend-Trip maximal ein Museum auszusuchen, wenn es nicht in Stress ausarten soll.

Als großer Opern- und Ballett-Fan musste ich dem Royal Opera House unbedingt einen Besuch abstatten: Echt ein Erlebnis! Falls ihr die Möglichkeit habt, Tickets zu bekommen (man sollte lange im Voraus buchen) und Ballett oder Oper mögt, solltet ihr unbedingt hingehen. Und auch das Gebäude der Oper ist ziemlich beeindruckend! Wenn ihr es moderner mögt, gibt es aber auch gefühlt 1000 Musicals, die in London spielen!London_The Royal Acadamy

Royal Opera House in London

Royal Opera House in London Architektur

ESSEN UND TRINKEN: AUS (FAST) ALLEN LÄNDERN DER WELT
Auch wenn England in Bezug auf die Küche ja eher ein Image-Problem hat, kann man in London großartig essen gehen! Ich muss allerdings ehrlich zugeben, dass mir spontan nur wenig Läden einfallen, in dem ich „typisch englisch“ gegessen habe, wenn man von afternoon tea und englischem Frühstück mal absieht; London gräbt meiner Erfahrung nach selbst New York das Wasser ab, wenn es um die Vielfalt von unterschiedlichen Landes-Küchen geht. So habe ich köstliche Tapas in der Opera Tavern genossen, die beste Guacamole meines Lebens im Cantina Laredo gegessen, und – ebenfalls zum ersten Mal – georgische Küche im Iberia in Islington probiert. Falls ihr gern schick essen gehen möchtet, kann ich euch The Wolseley, einem edlen und sehr beliebten Restaurant im Stil der 20-er, indem man ebenso fantastisch frühstücken wie zu Abend essen kann.

Auch in Bezug auf die Dichte an originellen, hippen oder liebevoll eingerichteten Cafés hat mich London ein wenig an New York erinnert. So viele Kaffeepausen wie ich einladende Cafés und Bakerys in Londons Straßen entdeckt habe, konnte ich unmöglich einlegen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes süßer Laden ist die in Pastelltönen eingerichtete BB Bakery Covent Garden mit einem Riesenangebot verlockender Cupcakes. Muss ich erwähnen, dass das Publikum zu 99 Prozent weiblich ist? Oder ihr lasst euch von den großartigen Produkten der Londoner Kette GAIL’s Artisan Bakery verführen. Ach ich merke schon: Allein die Restaurants und Cafés Londons wären einen eigenen Blogpost wert!London_The Wolseley

London BB

SHOPPING-MÖGLICHKEITEN OHNE ENDE
Und dann wäre da ja noch das immense Shopping-Potenzial der Stadt! Nichts, was man hier nicht finden könnte! Meinen persönlichen Einkaufs-Guide habe ich zur Weihnachtszeit hier schon veröffentlicht – die Tipps sind natürlich das ganze Jahr über gültig! Für das richtige London-Flair beim Shoppen, sollte eines der großen, traditionsreichen Kaufhäuser auf dem Programm stehen – besonders schön sind Selfridges und Liberty. Weltbekannt ist der Covent Garden Market, in dessen Halle ihr viele verschiedene Geschäfte und Restaurants findet – mir persönlich ist es dort etwas zu „glattgebügelt“, aber die Architektur der Markthalle ist dennoch sehr schön. Und natürlich darf einer der vielen Märkte für das echte Londoner „Shopping-Erlebnis“ nicht fehlen, zum Beispiel auf dem Borough Market für Lebensmittel, dem ziemlich touristischen Portobello Market für Antiquitäten und Schnick-Schnack oder dem überdachten Spitalfields Market für so ziemlich alles.

Mein Fazit: London ist definitiv mehr als nur einen Besuch wert! Und mehr als einen Travelguide, hier kommt bestimmt noch der eine oder andere Blogpost über London!

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8 Gedanken zu “London calling: Meine neue Lieblingsstadt an der Themse

  1. toller Blogeintrag über eine sehr tolle Stadt! London ist immer einen Besuch wert und Wetter ist ja auch ein wenig Einstellungssache 😉 Wenn es regnet geht man halt einfach in einer der zig Museen die London so bieten…zu sehen und zu erleben gibt es ja schließlich immer in London und mehr als genug! Wir haben damals in einem kleinen Hotel in Covent Garden gewohnt, als Ausgangspunkt um London zu entdecken, fand wir das super! In dieses Hotel http://www.limetreehotel.co.uk/ wollten wir mal ursprünglich, nur leider kein Zimmer frei…aber vielleicht wäre es etwas für alle die demnächst mal wieder nach London reisen 😉 Auf meinem Blog Fröken Su (http://froeken-su-kreativ.blogspot.de/) gibt es übrigens auch noch einige Bilder aus London zu sehen um sich noch mehr Appetit zu holen 😉

  2. LONDON!!!!… Du machst einem mit Deinen schönen Fotos und dem informativen Blog richtig Lust, diese Metropole zu besuchen! Bin gespannt, was wir als Nächstes von Dir lesen können ! Man müsste immer Urlaub ( und das nötige Kleingeld) haben!

  3. London ist super! Ich finde auch, dass es gerade für Reiseeinsteiger super geeignet ist. War im Dezember erst wieder da. Und es war wärmer als in Berlin und kein bisschen regnerisch.

  4. Pingback: 10 Dos und Don’ts für London: Was ihr unbedingt machen bzw. lassen solltet | Fräulein Immerglück

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