Indien: Fatehpur Sikri und Agra – Atemberaubende Schönheit und Geschichte ohne Ende

P1060597So, nach meinen allgemeinen Tipps geht es heute mit dem ersten Reisebericht aus Indien weiter. Auch wenn es ein Klischee ist: Der Taj Mahal war immer einer der Hauptgründe für meinen lang gehegten Wunsch nach Indien zu reisen. Umso skeptischer war ich, als Agra als einer der ersten Stopps der Indien-Reise tatsächlich fest auf dem Programm stand. Hatte ich durch die vielen Fotos und Berichte vielleicht falsche Vorstellungen davon? Gehörte das vielleicht bekannteste Mausoleum der Welt womöglich zu den Sehenswürdigkeiten, von denen sich im Realitätscheck heraus stellt, dass sie völlig überbewertet werden 

FATEHPUR SIKRI: EINMAL DURCH DIE GEISTERSTADT
Bevor ich das heraus finden konnte, ging es von Delhi aus erst einmal nach Fatehpur Sikri. Die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches ist heute Weltkulturerbe der UNESCO und umfasst zahlreiche Gebäude und Tempel. Es war ein wenig so, als wanderten wir durch eine Geisterstadt. Meine Vermutung ist ja, dass dies nicht zuletzt an der Tageszeit lag, zu der wir ankamen: Späte Mittagszeit in brütender Hitze.

Was die Größe und die damaligen Bedeutung der Stadt betrifft, hat mich Fatehpur Sikri ein wenig an die verbotene Stadt in Peking erinnert. Nur mit viel, viel weniger Besuchern. Tatsächlich hatten wir diese Sehenswürdigkeit fast für uns allein (zumindest für indische Verhältnisse).India Fatehpur Sikri-3
India Fatehpur Sikri-4

Ziemlich kaputt hätten wir uns die Jama Masjid Moschee, eine der größten Moscheen Indiens, fast geschenkt. Das wäre ein echt blöder Fehler gewesen, denn sie war sehr beeindruckend. Dort haben wir auch zum ersten Mal die Bekanntschaft von den zahlreichen offiziellen und inoffiziellen „Guides“ gemacht, die uns überall in Indien angesprochen und ihre Dienste angeboten haben (Sehenswürdigkeiten erklären, auf die Schuhe aufpassen, Fotos machen u.ä.). Mein Tipp: Es ist es verdammt schwierig, sie wieder los zu werden – am besten klappte es bei uns mit einem höflichen „Nein danke, wir haben schon einen Guide“, das man im zügigen Vorbeigehen zwei bis drei Mal wiederholt.India Fatehpur Sikri-25

India Fatehpur Sikri-18
Fatehpur Sikri Tipps-6
AGRA: ENDLICH AM TAJ MAHAL

Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann in Agra angekommen. Auch wenn unser Fahrer meinte, es lohne sich nicht mehr zu dieser Zeit, sind wir zur anderen Seite des Yamuna Rivers gefahren, um den Taj Mahal ein erstes Mal aus der Ferne zu bewundern. Die Hektik und das Rennen durch den Park hat sich auf jeden Fall gelohnt; Der Blick war fantastisch und das Abendlicht verlieh der Landschaft, in der der Taj trohnte, eine märchenhafte, verzauberte Atmosphäre.Taj Mahal am Abend
Taj Mahal Tipps bei Abend - 1

Taj Mahal Tipps bei Abend - 2Am nächsten Morgen waren wir dann bereits um fünf auf den Beinen, um den Taj Mahal so früh wie möglich zu bewundern. Unsere Hoffnung war nämlich, dass es dann nicht ganz so überlaufen und das Licht besonders schön sei. Mit den ersten paar hundert Besuchern hieß es dann erst mal Schlange stehen, um die Tickets zu kaufen (wir waren eine knappe halbe Stunde vor Kassen-Öffnung dort, was ich nur empfehlen kann) und anschließend durch die Sicherheitskontrolle zu kommen.

Und was soll ich sagen – der Taj Mahal war einfach Atem beraubend schön. Das Morgenlicht, der leichte, allmählich weichende Dunst über dem Bauwerk, die aufgehende Sonne und eine merkwürdige Ruhe, die das Ganze umgab – die Stimmung an diesem Morgen kann ich kaum in Worte fassen. Dieses Bauwerk gehört nicht nur zu allerschönsten Dingen, die ich in meinem Leben gesehen habe, es übertraf meine Erwartungen sogar.

Obwohl wir bei weitem nicht die Einzigen waren, die die Idee mit dem früh Aufstehen hatten, verliefen sich die Gruppen zumindest noch am Anfang recht gut. Nach ausgiebigen Umherlaufen, Bewundern, Bestaunen und Fotografieren ging es für uns dann erst mal zurück ins Hotel, wo wir zwei Stunden Schlaf nachholten.

Hier meine Tipps für den Besuch des Taj Mahals:

  • Am Freitag ist der Taj Mahal geschlossen, plant dies also bei eurer Route ein
  • Ich kann den frühen Besuch (und das noch frühere Anstehen) sehr empfehlen
  • Größere Rucksäcke und Stative sowie mehr als eine 500ml Flasche sind auf dem Gelände nicht erlaubt. Da „größer“ ein dehnbarer Begriff ist, würde ich euch raten, sämtliches Gepäck gleich ganz im Hotel zu lassen, damit es keine Verzögerungen für euch gibt.
  • Eine Wasserflasche ist im Ticketpreis inklusive, daher lohnt sich das Mitbringen einer weiteren Flasche eigentlich nicht
  • Ignoriert die „Foto-Berater“, die euch zeigen wollen, von wo aus ihr die besten Bilder macht. Denn dafür wollen sie natürlich ein Trinkgeld haben, und die Spots findet ihr auch so

 

ROTES FORT UND CO
Nach der Pause im Hotel ging es dann weiter mit der Erkundungstour durch Agra. Ziemlich beeindruckend und definitiv einen Besuch wert ist das Rote Fort. Von dort aus konnte ich auch noch mal einen Blick auf den Taj Mahal in der Ferne werfen. Und auch den sogenannten „Baby Taj“ sowie das Sikandra Akbra Mausoleum haben wir besucht – auch diese beiden Sehenswürdigkeiten kann ich euch für euren Agra-Besuch ans Herz legen. Ich muss aber zugeben, dass ich nach dem Taj Mahal zum einen etwas reizüberflutet war, zum anderen recht müde (und mir war heiß), so dass ich mich den Rest des Tages nicht ganz so begeistern konnte wie am morgen.

Das Rote Fort…Rotes Fort Agra - 1

Rotes Fort Agra - 2
Rotes Fort Agra - 3
…und das Sikandra Akbra MausoleumSikandra Akbra Mausoleum Agra - 1

HOTEL TIPP
Übernachtet haben wir im Optimum Tara Palace, einem sehr durchschnittlichen einfachen Mittelklasse-Hotel, das durch nichts besonders positiv oder negativ hervor sticht. Was aber super ist: Die Lage! Die Kasse des Taj Mahal liegt nur ca. 200 Meter weiter – ein Segen, wenn man die Early-Bird-Option bevorzugt, denn da zählt ja bekanntlich jede Minute, die man länger im Bett bleiben kann.

RESTAURANT TIPP
Das Pinch of Spice mag atmosphärisch nicht zu den tollsten Restaurants gehören, das wir auf der Reise entdeckt haben (Neonlicht, Fliesen und viele Touristen), aber das Essen ist superlecker und die Portion ordentlich. Kleiner Hinweis am Rande: „Mäßig scharf“ ist maßlos untertrieben…

Fatehpur Sikri und Agra mit den vielen Sehenswürdigkeiten waren wirkliche Highlights der Reise und der Taj Mahal hat mich völlig vom Hocker gerissen. Ob die anderen Stopps da mithalten oder das Ganze sogar toppen konnten? Verrate ich im nächsten Indien-Blogpost, in dem ich euch von Varansi erzähle.

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