Cambridge: Studentenflair, viele Boote und die schicksten Unis der Welt

Cambridge 2016-33Also wenn man das Wetter der letzten Wochen mit einem Wort beschreiben kann, dann wohl so: wechselhaft. Als es mich über das Himmelfahrts-Wochenende nach Cambridge verschlagen hat, konnte ich angesichts der hochsommerlichen Temperaturen kaum fassen, dass ich mich keine zwei Wochen zuvor noch durch einen Schneesturm in München gequält hatte (Blogpost folgt…). Und auch, wenn ich Cambridge zum ersten Mal und damit in keiner anderen Jahreszeit besucht habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Universitätsstadt schöner sein kann als im Sommer (okay, oder im ungewöhnlich heißen Spätfrühling).So ein bisschen bin ich ins Blaue hineingefahren, ohne vorher groß zu recherchieren oder nach Fotos zu googlen – ich wusste nur, dass Cambridge eine bezaubernde Stadt mit vielen Unis sein sollte. Von London St. Pancras ging es mit dem Zug direkt und ohne Zwischenstopps in 45 Minuten nach Cambridge. Erwartet hatte ich eine Stadt, die meiner Heimat- und Unistadt Münster ähnelt: Hübsch, nicht allzu groß und viele Studenten.Cambridge 2016-35

FAST WIE IN MEINER UNI-STADT: GANZ VIELE FAHRRÄDER
Nachdem wir vom Bahnhof in die Innenstadt gelaufen und uns ein wenig umschauen konnte, stand für mich schon mal fest: Hübsch, nicht allzu groß und viele Studenten – check! Sogar das hohe Fahrrad-Aufkommen hat mich sehr an Münster erinnert. Aber gleichzeitig ist Cambridge ganz anders.Cambridge 2016-28

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Die altehrwürdigen Gebäude der berühmten und renommierten Universitäten machen einfach eine Menge mehr her, als ich es von Deutschland kenne. Stellt euch Harry Potter Live und in Farbe vor, mit imposanten Häuserfronten, Hof-Fluchten mit gepflegten Blumenbeeten und getäfelten Innenräumen. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich einen Vorteil gegenüber anderen Touristen hatte; ich war nämlich mit einem ehemaligen Cambridge-Studenten unterwegs, dessen Alumnus-Karte uns ermöglichte, ein paar Colleges zu besichtigen. Touren oder Eintritte sind aber auch für die Öffentlichkeit möglich, erkundigt euch aber am besten im Vorfeld, ob, wann und wie das möglich ist (zum Beispiel hier). Während der Prüfungsphasen zum Beispiel ist es etwas schwieriger auf Universitätsgelände zu kommen.

EIN COLLEGE SCHÖNER ALS DAS ANDERE
Wir haben uns vier Colleges angeschaut: Gonville & Caius, Trinity College, St. John’s College und King’s College. Ich muss sagen, dass ich aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus gekommen bin – für mich wirkten die Unis eher wie Schlösser als wie Bildungsstädten.

Im Gonville & Caius College haben mir die wunderschönen Hof-Fluchten besonders gefallen…
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Cambridge 2016-12…das Trinity College hat mich mit dem größten College-Innenhof Cambridges beeindruckt (mal im Ernst, das sieht ja wohl eher aus wie ein Schloss mit Schlossgarten als eine Uni, oder?!…
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…das Kings College fand ich seinem Namen sehr entsprechend: Ziemlich majestätisch…
Cambridge 2016-41…und das St. John’s College ist zwar vor allem für seine Kapelle bekannt (Tipp: Hier gibt es oft gratis Konzerte!), mir haben die Uni-Gebäude aber mindestens genauso gut gefallen:
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Auch wenn die Colleges und Studenten sicherlich das Flair von Cambridge ausmachen, gibt es aber natürlich auch jenseits der Uni hübsche Ecken zu entdecken.

PUNTING: VOM WASSER AUS DIE STADT BETRACHTEN
Ein absolutes Muss für einen Cambridge-Besuch ist eine Punting-Tour auf dem Fluss Cam (und voilà, da erschließt sich dem aufmerksamen Leser doch gleich, woher der Name der Stadt stammt). Beim Punting bewegt man ein Boot stehenderweise mit einem langen Holzstab – so ein bisschen wie in Venedig.

Ihr könnt euch eigene Boote leihen und selber „punten“, an Gruppen-Touren teilnehmen oder eine Einzelfahrt buchen – ersteres ist allerdings eine sehr wackelige Angelegenheit, weshalb wir uns für die Einzelvariante entschieden haben. Mein Tipp: Erkundigt euch vorher unbedingt nach den Preisen und vergleicht. Wir haben für die 2-er Tour 80 Pfund bezahlt (auch schon kein Schnäppchen…), hätten am nächsten Stand aber 100 Pfund mehr hinlegen müssen.
Cambridge 2016-38Die Tour über den Fluss bietet euch noch mal einen anderen Blick auf die Colleges, die Stadt und die vielen Brücken Cambridges. An so einem sonnigen Tag hatte der Trip ein wenig was von der Rush-Hour in London – Boot an Boot an Boot…
Besonders interessant fand ich übrigens die Mathematician’s Bridge, die völlig ohne Nägel errichtet wurde, und einige Forscher so fasziniert hat, dass sie kürzlich auseinander gebaut wurde, um zu schauen, wie das ganze funktioniert. Zum Glück ist das Zusammenbauen wieder gelungen…

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Cambridge 2016-56Wenn ihr euch nach der Bootstour der Schadenfreude hingeben möchtet, stellt euch auf eine der Brücken und schaut den puntenden Menschen beim Wackeln und ins-Wasser-Fallen zu. Oder – falls ihr dazu zu nett seid – setzt euch in eines der vielen netten Restaurants oder Pubs, die es in Cambridge so gibt.

RESTAURANT-TIPP: THE EAGLE
Der Pub The Eagle gehört zu den ältesten der Stadt und serviert leckere, typisch britische Gerichte (eher nicht für den kleinen Hunger). Wenn das Wetter so schön ist wie bei meinem Besuch, kann man sehr nett draußen sitzen – vorausgesetzt, ihr findet einen Platz im Freien.

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Und dann ging es wieder zurück nach London. Angesichts der Nähe zu Cambridge und angesichts der Tatsache, dass ich momentan sehr häufig in London bin, werde ich bestimmt nicht zum letzten Mal in Cambridge gewesen sein.

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3 Gedanken zu “Cambridge: Studentenflair, viele Boote und die schicksten Unis der Welt

  1. Pingback: Reiserückblick 2016 und meine Pläne für 2017 | Fräulein Immerglück

  2. Hach liebe Verena, ein schöner Bericht, der tolle Erinnerung aufkommen lässt! Deine Fotos sind wunderschön und zeigen Cambridge von seiner besten Seite 🙂

    Einen Besuch wert ist auch das Fitzwilliam Museum, das auch Museumsmuffeln den Mund offen stehen lässt vor lauter Schönheit und immer wieder schön bei so herrlichem Wetter ist eine kleine Fahrradtour entlang der Cam nach Grantchester wo man im Garten des The Orchard im Liegestuhl unter den Apfelbäumen entspannen kann…einfach herrlich!

    Danke für deinen schönen Bericht und liebe Grüße
    Anja

    • Vielen Dank für deinen Kommentar und die Tipps, liebe Anja! Das klingt so, als würdest du Cambridge recht gut kennen – ich hoffe sehr, dass ich bald wieder dort hin fahre, dann schlage ich deine Tipps mal Mr. Immerglück vor :-).
      Liebe Grüße
      Verena

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